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“Ein altes Haus ist wie eine Wundertüte…”

… tatsächlich weiß man nie, was einen erwartet!  Im Fall des ehemaligen Heubodens, eines wahren “Hofs der Wunder”, rappelvoll mit Gerümpel jeglicher Natur und vorerst nicht für eine Verwendung vorgesehen, hatten wir zwar eine dunkle Ahnung, was uns da noch blüht – diese aber haben wir in den letzten Monaten immer wieder erfolgreich verdrängt. Mit den einsetzenden Arbeiten am Gäste-Treppenhaus war die Schonfrist vorbei: Also wagten wir uns zumindest an den Teil, der unbedingt freigeräumt sein muss – und stellten uns erneut alten Möbeln, Gerümpel und … den vielfältigen Hinterlassenschaften einer zerstörungswütigen Marder-Sippe, die nicht gerade davon erbaut sein dürfte, dass wir ihr komfortables, mit diversen Polstermöbeln ausgestattetes  Heim derart durcheinander bringen.  Zwischen Optimismus und Frustration schwankend, haben wir bisher immerhin ca. 1/8 dessen beseite geschafft, was auf dem Heuboden lagert. Auch wenn das Haus so “groß” erscheinen mag – wir stehen vor nicht unerheblichen Problemen, was die Lagerungsmöglichkeiten betrifft, da alle noch dafür in Frage kommenden Räumlichkeiten voll sind bzw. in ihnen gearbeitet wird und sie nicht zugestellt werden dürfen. Aber was passt auch besser zum beginnenden Frühling, als sich von Altem zu trennen und neue Freiräume zu schaffen!

Noch wichtiger aber in naher Zeit sind die Arbeiten am Trottschopf, der in den nächsten Tagen freigeräumt werden muss. Die Kalkschicht, die in späterer Zeit auf die Lehmgefache zwischen den Deckenbalken aufgetragen wurde, muss entfernt werden. Im Haus selbst gehen die Putz- und Elektroarbeiten weiter. En schöner Schritt war das Einsetzen der neuen, sehr schmucken Türfutter, die die historischen Täfer harmonisch ergänzen. Da nun nach Ende des strengen Winters auch die Witterung wieder mitspielt, werden auch die Außenarbeiten fortgesetzt. Damit rücken auch die Arbeiten an unserer neuen Küche näher – und wir freuen uns darauf, einmal nicht mehr im Weinstüble behelfsmäßig kochen zu müssen…  Am 14. März 2010 jährt sich der Beginn der Sanierung – ein ereignisreiches Jahr für uns und für das Haus, das mit jedem Tag seine alten, schönen Züge zurückerhält.

Auf ein Neues – mit Wärme aus der Natur

Neues Jahr, neues Glück – und dass Glück tatsächlich auch im scheinbar Selbstverständlichen gründen kann, wissen wir, seitdem wieder Wasser verfügbar ist und vor allen Dingen die neue Biopellets-Heizung läuft! Nahezu zwei Monate musste bei Eiseskälte gearbeitet werden und auch im Weinstüble (unserer “Kommandozentrale”) wussten wir uns nur mittels Heizlüftern zu behelfen, was nicht nur uns die ein und andere Erkältung einbrachte. Da war das Geräusch des laufenden Brennkessels unserer neuen, seit letzter Woche in Betrieb genommenen Pelletsheizung geradezu Musik für unsere Ohren. Die angenehme Wärme, die sich überraschend schnell im völlig ausgekühlten Gebäude ausbreitete, macht das Haus bereits sehr wohnlich: Gemeinsam mit der Dämmung auf dem Dachboden und den neuen Fenstern sorgt sie für ein gesundes Wohnklima, das jetzt schon spürbar wird. Die Verbesserungen sind deutlich sichtbar, die Räume verändern sich zusehends – und es wird klar, welch einen “Sprung” das Haus durch die bereits geleisteten Arbeiten getan hat.

Aufs Neue sind wir auch wieder beeindruckt, in welch gutem Tempo die Sanierung voranschreitet. Nach der Fertigstellung des Pelletlagers in der ehemaligen Abfüllhalle und der Inbetriebnahme der Heizung konnten auch die Gipserarbeiten im Haus leichter durchgeführt werden. Die ehemals von tiefen Rissen durchzogenen und schadhaften Wände sind im Obergeschoss mitterweile sehr sauber verputzt und machen bereits einen guten Eindruck. In den nächsten Tagen werden die Räume im Untergeschoss verputzt.  Mit dem Februar beginnt ein weiterer spannender Monat, denn mit dem Wintergarten, mit dem nächste Woche begonnen wird, werden auch erste Arbeiten an der Küche möglich – und auch auf die Parkett- und Fußbodenarbeiten sind wir gespannt. Unserem Ziel, etwa im Mai bzw. Frühsommer Freiburg endlich hinter uns lassen und umziehen zu können, kommen wir deutlich näher!

Am Ende eines ereignisreichen Jahres…

… schauen wir nun zurück und sind dankbar, dass wir schon so viel geschafft haben. Dass wir auf glücklichen Umwegen (wie von guten Geistern gelenkt) einen so erfahrenen Architekten gefunden haben, der dem Haus mit der nötigen Mischung aus Sachverstand, Sensibilität und Zuneigung zum Werk begegnet und ein Team aus Handwerkern am Haus arbeitet, das es ihm hierin gleichtut, macht uns froh und lässt uns mit Zuversicht ins nächste Jahr blicken. Noch im vergangenen März konnten wir nicht ahnen, was uns bevorsteht. Besonders die gravierenden Schäden im Dachgestühl haben uns einiges Kopfzerbrechen bereitet. Und doch sind wir selbst überrascht, dass die Momente des Gelingens die der Zweifel immer wieder neu haben zurücktreten lassen. Dazu trägt neben der Hilfe und Zusprache, die wir erfahren, und der Spitzenarbeit, die von seiten der Handwerker hier geleistet wird, besonders bei, dass es jetzt schon so viele gibt, die sich für das Haus und seine Sanierung interessieren und uns zugesagt haben, es mit ihren Ideen, ihren Feiern und ihren Gästen zu beleben. Im kommenden Jahr 2010 ist es genau 270 Jahre her, dass Jacob Kaltenbach den Weinkeller erbaute – um so schöner, wenn genau zu diesem Datum das Haus im neuen Jahr seine Pforten wieder öffnet.

tachy@2010